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/ Reise mit dem Esel durch die Cévennen - Auf den Spuren von Robert Louis Stevenson.

Le Bouchet-Saint-Nicolas

Frankreich

15.06.2014 - Goudet - Le Bouchet-Saint-Nicolas (16 KM)

Für heute hatten wir uns, sozusagen zum Eingewöhnen, nochmals ne kurze Etappe vorgenommen. Wir holten Alida von der Weide und machten sie reisefertig.

So ein Esel ist ja ein recht anspruchsloses Tier. Tagsüber schaufelt er jede Menge Gras in sich hinein und trinkt fast gar nichts. Das ist leider beim Wandern etwas hinderlich, da er ständig hier- und dorthin zieht, um dieses und jenes besonders leckere Gras zu erhaschen. Und wenn man denkt, jetzt müsste er satt sein, dann knödelt er einen riesigen Haufen in die Landschaft und alles beginnt wieder von vorn. Unsere Unterkünfte hatten wir so gewählt, dass wir für Alida am Abend eine Unterstellmöglichkeit auf einer Weide hatten. Sie sollte jeden Abend einen größeren Becher voll mit Hafer als Zusatz- und Kraftnahrung erhalten. Leider war das nicht jeden Tag in den Unterkünften so, so dass am nächsten Tag wieder verstärktes Grasfressen währen der Wanderung angesagt war. Die täglichen Arbeiten an Alida zur Reisevorbereitung dauerten etwa 20 Minuten. Das Fell musste gut gestriegelt werden, da Esel sich oft und gerne im Staub wälzen. Es dürfen keine Steinchen mehr im Fell sein, wenn man ihnen das Tragegestell anlegt, da diese sonst wunde Stellen auf der Haut verursachen können. Auch die Hufe müssen gut ausgekratzt und sauber sein, damit der Esel keine Druckstellen bekommt und sicher laufen kann. Alida hatte noch eine kleine Wunde am Bauch, die wir auch jeden Morgen mit einer speziellen Salbe behandeln mussten. Jetzt noch ein wenig Deo mit Lavendelduft an neuralgische Stellen gegen die allgegenwärtigen Fliegen und Bremsen und Alida konnte gesattelt werden.

Ein Esel kann etwa 30 bis 40 Kilo Gepäck tragen, so dass er für drei Wanderer bestens geeignet ist. Unser gesamtes Gepäck hatte ungefähr 28 Kilo Gewicht, so dass wir unser Grautier nicht übermäßig beansprucht haben. Immer zur Mittagspause nahmen wir Alida das Gepäck ab, damit sie ungestört fressen konnte. Bei der heutigen Pause deutete sich schon an, dass Dorle und Alida wohl keine innigen Freunde werden würden. Wir lagen alle bei schönstem Sonnenschein im Gras und dösten nach dem Essen so etwas vor uns hin. Dorle schnarchte wie fast immer neben mir und träumte wohl von einem größeren Knochen, ließ dabei ein zufriedenes Grunzen hören. Da kam Alida von hinten heran und knabberte mit den Lippen an Dorles Schwanz entlang. Plötzlich zog sie die Lippen zurück und kniff Dorle völlig unverhofft mit ihren großen Zähnen in das Hinterteil. Da war Dorle natürlich "not amused". Seit dieser Attacke herrscht der wahre Zickenkrieg zwischen den Beiden. Wenn ich den Esel führte, wurde er ständig von Dorle verbellt und wenn ich Dorle führte, versuchte Alida sie zu attackieren. Esel sind halt auch nur Menschen und versuchen ihren Platz im Rudel zu verteidigen oder gar zu verbessern.

Nebenbei sei noch erwähnt, dass wir durch eine traumhaft schöne Landschaft wanderten, die von saftig grünen Hügeln und erloschenen Vulkankegeln durchsetzt war. Gegen fünf erreichten wir unsere heutige Unterkunft.

Å

Chambres et table d'hôtes "Le Bon Accueil"

Nights: 1

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"Le Bon Accueil"

Einfacher Bauernhof mit einigen Zimmern. Abendessen im nachegelegenen Restaurant, da die Chefin vor Kurzem verstorben ist.

Le Bouchet-Saint-Nicolas

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