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/ Reise mit dem Esel durch die Cévennen - Auf den Spuren von Robert Louis Stevenson.

Saint-Jean-du-Gard

Frankreich

26.06.2014 - St. Étienne-Vallée-Francaise - Saint-Jean-du-Gard (15 KM)

Der letzte Tag der Wanderung ist angebrochen. Nur noch wenige Kilometer und ein satter Auf- und Abstieg zum/vom Col de Saint-Pierre stehen uns noch bevor. Also machen wir uns frohgelaunt auf den Weg. Die Strecke zum Dorf ist schnell erwandert und wir ergänzen noch kurz unsere Wurstvorräte. Man kann ja nie wissen, was der Tag noch so alles bringen wird. Danach geht es eine steile Steinrampe hinauf in Richtung Passhöhe. Alida hatte mal wieder kein Kraftfutter bekommen und so war sie dauernd am Fressen, was unser Fortkommen doch recht behinderte. Aber irgendwie haben wir uns dann doch noch geeinigt. So etwa zweihundert Meter laufen, zwei Grasbüschel inhalieren, kurz schmusen und weit geht’s. Oben auf der Passhöhe angekommen, will ich mal kurz den sehr verehrten Herrn Stevenson zu Wort kommen lassen, wie er seine letzte Rast erlebt hatte:

Auf dem Gipfel vom Mont St. Pierre hatten Modestine und ich einen Imbiss miteinander. Es war unser letztes gemeinsames Mahl, ich auf einem Steinhaufen sitzend, sie neben mir im Mondlicht stehend und schicklich Brot aus meiner Hand fressend.“

Auch wir hatten da oben unsere letzte gemeinsame Rast, bevor wir uns an den beschwerlichen Abstieg ins Tal machten. Ich muss schon sagen, dass Esel wahre Kletterkünstler sind und recht sicher auf ihren Beinen stehen. Über hohe Steinrampen musste sie Markus führen und nicht selten fürchtete ich um unser aller Beine. Aber trittsicher wie immer kamen die beiden mit der Holperstrecke zurecht. Um zwei Uhr wollten wir uns mit Sigi und dem Eselbesitzer am alten Bahnhof in Saint-Jean-du-Gard treffen. Wir waren schon eine halbe Stunde vor der Zeit da und wurden freudig von Sigi und Dorle begrüßt. Alida wurde kurzerhand im Stadtpark angebunden und wir feierten das glückliche Ende unserer Wanderung im nahegelegenen Biergarten am Bahnhof. Mit der üblichen Verspätung von fast zwei Stunden traf dann auch der Besitzer von Alida ein und jetzt hieß es endgültig Abschied von unserem Wandergefährten zu nehmen. Nur mit Mühe war Alida in den Hänger zu bugsieren, was aber letztendlich mit Hilfe eines halben Laib Brot gelang. Ciao Alida, du warst uns eine treue, wenn auch etwas verfressene, Wandergefährtin.

Jetzt aber schnell auf den Heimweg nach Champelplot gemacht, wo ein wohltemperierter Pool und ein Spiel der deutschen Mannschaft am Abend wartete.

Deutschland – USA 1:0

Hier noch ein paar Fakten zur Wanderung:

13 Tage unterwegs, 12 Übernachtungen, 257 Kilometer gelaufen, fast 13.000 Höhenmeter erklettert.

Wieder mit einem Esel? - Ja, unbedingt. Es geht auch ohne und bestimmt schneller. Aber so ein Grautier als Wandergefährte gibt der ganzen Sache eine besondere Note.

Kosten? - Überschaubar. Der Esel kostet für zwei Wochen 590,00 Euro und für Essen und Übernachtungen haben wir rund 700,00 Euro/Person ausgegeben. Der Besitzer von Alida bot uns an, mit ihm zurück an den Ausgangspunkt der Wanderung zu fahren, so dass eine teure Taxifahrt entfällt. Mit den An- und Abreisekosten von Deutschland ist man ungefähr mit 1.100,00 Euro für solch ein Abenteuer dabei.

Kondition? - Ja, die braucht man schon ein wenig. Wer aber eine größere Sonntagswanderung von 10-15 Kilometer ohne Klagen übersteht, der kann diese Wanderung auch gut angehen.

Ich würde es bestimmt wieder tun!

Saint-Jean-du-Gard

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