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Thailand, CHIANG MAI - Tourstart

Thailand, 22. December 2018
Ich plädiere für „Radtour auf.
Krankenschein“.
Der bei dieser Therapieform sofort einsetzende Farbwechsel im Gemüt würde Serotoninhebern das gleiche Schicksal bescheren, wie erneuerbare Energien dem Kohleabbau.
Was für eine Freude, endlich aus Chiang Mai zu rollen, das markante Altstadtquadrat auf der Sightseeingliste abzuhaken und sich der Fahrradkreuzfahrt durch Nordthailand hinzugeben.
In einem der letzten Coffee-Shops entlang der Ausfallstraße, der so wirkt, als könnte man hier ein Gebräu servieren, das sich wacker schlagend einer mitteleuropäischen Vorstellung von Espresso annähert, entspinnt sich mit dem Barista das unvermeidliche „Woher bist du?“, „Wohin gehst du?“-Gespräch, das, bedingt durch mein Outfit und mein mit Taschen bepacktes Rad, sogar den Anschein eines ehrlichen Interesses erweckt.
Die Kombination „Austria“, als ursprünglichen Herkunftsort und „Doi Inthanon“ als Zielort, lässt sofort das Thema Berge zum Mittelpunkt der Konversation werden. Auch wenn dieser höchste Berg Thailands nicht mit dem Großglockner mithalten kann, so ist er mit 2.500 Metern sicher mehr als ein Hügel in der Landschaft.
Der Barista, der mich als willkommene Übungseinheit sieht, sein sehr gebrochenes Englisch zu perfektionieren, will nun auch wissen, ob in Österreich die Berge so hoch sind, dass sie .... auf der Spitze... so ein... na, dieses, ach, wie heißt das... also, ob in Österreich auch .... also, ob unsere Bergspitzen ... ob die auch mit Reis bedeckt sind?
Ich kann es nicht unterdrücken und lache lauthals heraus, versuche dabei nervös fuchtelnd, eine Stimmung zu erzeugen, die ihm das Gefühl gibt, dass ich nicht über IHN lache, er auch keinen Fehler gemacht hat, ich es einfach nur großartig finde.
Die Lektion endet mit dem „word of the day“: SNOW
Der Mann hat an meinem Weltbild gerüttelt. Nie mehr werde ich daheim durch winterliche Alpinlandschaften fahren können, ohne Reis auf den Bergen zu sehen.
I’m dreaming of a rice Christmas, während Frau Holle die Küchenkästchen ausschüttelt, einen Jahresvorrat Basmati in den Himmel kippt und „Fräulein Camillas Gespür für Reis“ wird mir noch im Altersheim als gute Pointe dienen, wenn ich mich NUR noch zweirädrig fortbewege, weil sich jemand findet, der mich schiebt. Und wenn ich dann zum zehnten Mal am Tag, glucksend die Geschichte vom Barista aus Chiang Mai erzähle, denkt sich wohl jeder außer mir:
„Ist doch alles Reis von gestern.“

Chiang Mai – 103 Thanon Intrawarorot

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