Close map
/ Sulawesi 2025

Bali

Indonesien, 02. September 2025
Von Kuala Lumpur nach Bali – Begegnungen, Staus und ein Sonnenuntergang zum Träumen

Der Wecker klingelt früh: Um 6 Uhr morgens holt mich ein bereits am Vortag gebuchtes Grab-Car direkt am Apartment ab. Meine Fahrerin – eine energiegeladene, weltoffene Muslimin – erweist sich schnell als Glücksfall. Kaum im Auto, entwickelt sich eine spannende Unterhaltung.

Sie erzählt mir von ihrem Leben in Malaysia, von einem Islam, der liberal, tolerant und gleichberechtigt gelebt wird. Fünfmal am Tag betet sie, geht in die Moschee – und genießt gleichzeitig Freiheit und Selbstbestimmung. Sie ist unverheiratet, lebt seit Jahren mit ihrem Freund zusammen, reist gerne um die Welt und liebt ihren Job als Fahrerin. „Man verdient gut, lernt spannende Menschen aus aller Welt kennen – und kein Tag ist wie der andere“, sagt sie mit einem Lächeln.

Allein die Tatsache, dass sie als Frau hier Auto fährt, fremde Männer chauffiert und dabei völlig unabhängig lebt, wäre in vielen anderen muslimischen Ländern undenkbar. Ohne Kopftuch würde man sie kaum als Muslima erkennen. Mich fasziniert, wie selbstverständlich Tradition und Moderne hier miteinander verschmelzen.

Die Fahrt vergeht wie im Flug – kaum Verkehr, keine Hektik. Pünktlich erreichen wir den Flughafen, und ich steige mit einem Lächeln ins Flugzeug nach Indonesien.



Ankunft in Bali – zwischen Chaos und Idylle

Nach 3,5 Stunden lande ich am Nachmittag in Bali. Für die knapp 40 Kilometer ins Hotel bestelle ich mir ein Gojek-Car, das indonesische Pendant zu Grab. Doch hier schlägt die Realität des Verkehrs gnadenlos zu: endlose Staus, hupende Mopeds, chaotisches Gewimmel. Statt einer schnellen Fahrt sitze ich ganze 2,5 Stunden fest – für gerade einmal 12 Euro. Kein gutes Geschäft für die Nerven.

Umso größer die Erleichterung, als ich endlich mein ruhiges Appartement erreiche. Nachsaison – ich bin der einzige Gast. Ein paradiesischer Kontrast zum Chaos der Straßen.



Ein Abend wie gemalt

Am Abend belohnt mich Bali sofort: Ich erlebe den Sonnenuntergang am Tanah Lot – eine Szene wie aus einem Gemälde. Das Meer rauscht, der Himmel glüht in Rot und Gold, während der Tempel auf den Felsen majestätisch in den Wellen steht. Ein magischer Moment, der alle Mühen der Anreise vergessen lässt.

Später springe ich noch in den Pool, genieße ein leckeres Abendessen und falle schließlich müde, aber glücklich ins Bett.

Ein Tag voller Kontraste: inspirierende Begegnungen, chaotische Straßen – und ein Sonnenuntergang, der bleibt.

Tabanan

That could interest you too

*