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/ Sulawesi 2025

Tangkoko Nationalpark

Indonesien, 04. September 2025
Mitten im Dschungel: Zwischen Taranteln, Tukanen und den Augen der Nacht

Der Tag begann früh. 6 Uhr, die Sonne war gerade im Begriff, den Horizont zu küssen, als wir mit dampfendem Kaffee in der Hand unserem Guide begegneten. Und was für einer! Man sagte uns, er sei einer der Besten – ein Mann, der nicht nur National Geographic-Fotografen, sondern auch internationale Filmteams durch diesen wilden, ungezähmten Teil der Erde geführt hat. Schon auf den ersten Blick wurde klar: Dieser Mann war nicht einfach nur ein Guide, er war ein Jäger der Schönheit, ein Entdecker der verborgenen Wunder.

Ausgestattet mit einem Teleskop, das so professionell wirkte wie das eines Astronomen, und einem speziellen Aufsatz für Smartphones, begann unser Abenteuer. Und es dauerte keine zehn Minuten, bis wir die ersten Schätze entdeckten.

Ein Feuerwerk der Artenvielfalt.

Eisvögel schossen wie lebendige Edelsteine durch die feuchte Morgenluft. Hornbills – asiatische Verwandte der Tukane – schwebten majestätisch durch das Blätterdach. Ein Kuskus mit neugierigen Augen hangelte sich gemächlich von Ast zu Ast, während eine Boa sich träge in der Morgensonne räkelte. Doch das wahre Highlight: eine Horde verspielter Schwarzschopfmakaken, die uns aus sicherer Entfernung mit ebenso viel Neugier musterten wie wir sie.

Unser Guide? Ein Phänomen. Mit einem Blick schien er das Unsichtbare zu sehen – als hätten seine Augen Radar.

Nach vier intensiven Stunden im Dschungel kehrten wir erschöpft, aber begeistert zurück zur Unterkunft. Mittagessen. Durchatmen. Ich ließ es mir nicht nehmen, kurz zum Strand zu laufen und mich in den warmen Wellen zu erfrischen. Doch ich wusste: Der eigentliche Zauber des Dschungels sollte noch kommen.

Wenn die Nacht erwacht.

Pünktlich um 16:30 Uhr brachen wir zur abendlichen Safaritour auf – mit nur einem Ziel: den Koboldmakis. Diese winzigen Wesen – nicht größer als eine Maus, aber mit Augen, so groß wie Murmeln – sind nachtaktive, scheue Geschöpfe, die in Baumhöhlen leben und tagsüber vollkommen verschwinden.

Und dann, als die Dämmerung kaum eingesetzt hatte, geschah das Unfassbare: Unser Guide entdeckte eine ganze Familie. In absoluter Stille beobachteten wir die kleinen Wesen – neugierig, vorsichtig, fast schon unwirklich süß. Ihre überdimensionalen Augen spiegelten das schwache Licht der Taschenlampe und es war, als ob sie direkt in unsere Seele blickten.

Um uns herum war der Park plötzlich lebendig – mehr Besucher als tagsüber, denn die Koboldmakis sind das Kronjuwel dieses Naturparadieses. Und doch: Kein Vergleich zu einer Safari in Afrika. Es war intimer, wilder, stiller.

Als wir uns schließlich zurückzogen, umfing uns wieder die Dunkelheit – tief, geheimnisvoll, voller Geschichten. Doch der Dschungel hatte noch eine letzte Überraschung parat: eine riesige Tarantel, reglos lauernd, als hätte sie nur auf unsere Rückkehr gewartet.

Was für ein Tag. Was für eine Nacht. Was für ein Ort.
Eisvogel (Männchen)
Eisvogel (Weibchen)
Kuskus
Eine schon recht alte Boa
Hornbills oder Tulane
Schwarzschopf Maraken
Koboldmakis
Tarandula

Bitung

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