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/ Sulawesi 2025

Bunaken Islands

Indonesien, 06. September 2025
Unter der Oberfläche: Mein Schnorchelabenteuer auf Bunaken

Heute stand endlich etwas auf dem Plan, auf das ich mich seit meiner Ankunft auf Bunaken gefreut hatte: Schnorcheln im Korallenparadies. Und das Beste daran? Es war nicht nur atemberaubend schön – es war auch fast unglaublich günstig.

Für gerade einmal 50.000 IDR, umgerechnet etwa 2,60 €, durfte ich beim Tauchboot mitfahren. Die Crew war entspannt, freundlich, erfahren – und die Spots, die sie ansteuerten, perfekt geeignet für Taucher und Schnorchler. Die Ausrüstung konnte man für denselben Preis leihen, also insgesamt 5 € für über zweieinhalb Stunden Unterwassererlebnis. Ich musste zweimal hinschauen, um das zu glauben – in Thailand zahlt man locker das Fünffache, in Europa wahrscheinlich zehnmal so viel. Aber was mich wirklich umgehauen hat, war nicht der Preis – sondern das, was mich unter der Wasseroberfläche erwartete.

Farben, Formen, Leben – ein Traum aus einer anderen Welt.

Ich gebe zu, meine Kamera ist eher ein günstiges Modell. Und trotzdem – die Bilder sprechen für sich. Schon beim ersten Eintauchen öffnete sich eine Unterwasserwelt, wie ich sie bisher nur aus Dokus kannte. Korallen in leuchtenden Farben, Fächer, Pilzformen, riesige Anemonen, in denen sich Clownfische versteckten – und dazwischen: Papageifische, Schildkröten, Schwärme kleiner Neonfische, die wie Glitzer durch das Wasser tanzten. Es war gigantisch.

Und genau hier liegt der Unterschied zu anderen Orten. Ich habe in Thailand geschnorchelt, in Hawaii – selbst im berühmten Komodo Nationalpark. Doch oft blieb dort ein schaler Nachgeschmack zurück: ausgebleichte, leblose Korallen, grau, tot, traurig. Die Folgen des Massentourismus, der Klimaveränderung und der Ausbeutung durch den Menschen sind unter Wasser noch sichtbarer als an Land.

Doch hier – auf Bunaken – erlebt man eine der letzten intakten Korallenwelten der Erde. Ein echtes Refugium. Voller Leben, voller Magie, voller Hoffnung. Ich fühlte mich plötzlich wie ein Teil dieses fragilen Ökosystems, als wäre ich kurz zu Gast in einem alten, fast vergessenen Märchen.

Ein Ort, den man nicht nur besucht – sondern in dem man kurz aufatmet.

Für mich steht fest: Die Entscheidung, hierherzukommen, war goldrichtig. Jeder Euro, jede Stunde Anreise – all das verblasst im Vergleich zu dem Gefühl, schwerelos über ein Kaleidoskop aus Farben und Leben zu treiben.

Wenn du je die Chance hast, nach Bunaken zu kommen – tu es. Und vergiss die Kamera nicht. Auch wenn kein Foto der Welt das festhalten kann, was du dort fühlst.

Manado

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