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/ 2017 Nicole & Jörg Loire

Paris

Frankreich, 24. June 2017
Abschied von der Loire

Paris.

24.06.17 bis zum 26.06.2017
Bereits die ersten Sekunden in Paris zeigen uns, dass die Franzosen auch ganz anders können.
An der Loire haben wir tiefentspannte und immer freundliche hilfsbereite Franzosen kennen lernen dürfen.
Hier sind wir aber mal ganz wo anders. Es kommt mir auf den Stassen und Autobahnen nach und in Paris wie im Krieg vor.
Kein Auto ohne Beule. Jede Lücke wird genutzt um einen Vorteil raus zu holen. Die Motorräder sind besonders schlimm. Sie fahren halsbrecherisch zwischen den Autoschlagen durch. Unterstrichen mit der blinkenden Warnblinkanlage, nach der Devise : Alle aufpassen, jetzt komme ich und bleibt alle stehen. 😂
An den folgenden Tagen werden wir uns häufig über die Moral im Verkehr wundern bis ärgern.
Kein Franzose wartet auf grün. Wirklich, keiner. Mofas fahren bei rot los, spätestens wenn der querende Verkehr stoppt oder irgendwie nicht mehr fließt. Niemand lässt Lücken auf den Kreuzungen, immer rein, als wenn es kein Morgen gäbe. Kinderwagen werden bei rot auf die Kreuzung geschoben. Wir als Fahrradfahrer werden geschnitten auch von den Fußgängern und Kinderwagenschiebern. Es ist hier wie in einem Kampf.
Es wird gehupt, gedrückt, geschimpft, geschrien, gebremst und Vollgas gegeben , sodass ich auch irgendwann mit meinen körperlichen Möglichkeiten mitgehupt habe. Tröt, tröt, trööröööö. Ab dann geht es besser. Ich habe die Sprache getroffen und werde mitleidig angeschaut, was immer die Franzosen sich dabei denken, keine Ahnung, aber wir sind drin und machen mit.
Am letzte Tag fährt eine Vespa mit drei Reifen rechts an uns vorbei und dann vor unserem Auto gequert und rämpelt unseren Smartie an. Ich brülle ihm hinter her, er schiebt und drückt und unser Smartie stöhnt und Er zeigt mir, dass ich nicht so engstirnig sein soll und schon ist er verschwunden und eine Beule in unserem Auto da. 😤 A.....h.

Übrigens unser Ibis Style versteckt sich in einer engen kleinen und typischen Pariser Nebenstraße. Alte gut erhaltene Häuser umringen uns. Der Wagen wird in einer nahegelegenen Nebenstraße in einem Parkhaus abgestellt. Die Fahrräder nehmen wir mit uns ins Hotel. Dort können wir einen Laundryroom als Parkplatz nutzen und sind nun für zwei Tage Paris gut gerüstet.
Abends wollen wir einfach mal planlos in der Gegend rumfahren und landen im Montmatre. Riesen Trubel und eine sehr gute Atmosphäre erwarten uns, aber auch einen steilen Berg und das am Abend. Belohnt werden wir aber von vielen Künstlern, Touristen, Ramsch und Restaurants. Ich genieße es, Nicole ist es jedoch zu viel und nach dem Essen verkrümeln wir uns in unser Hotelzimmer und werden wieder mal schlecht schlafen. Aber das macht nichts, den Schlaf können wir zuhause nachholen.

25.06.
Nach dem Frühstück planen wir mit Komoot eine Tour an allen Sehenswürdigkeiten vorbei, zumindest jene, die uns Komoot zeigt. Die Rundfahrt lohnt sich und wir fahren durch eine jede Menge Nebenstraßen und sind begeistert. Hier ist ein solch turbulentes Leben. Überall gibt es Cafés, Restaurants, Bars, •
Für jeden Geschmack gibt es etwas zu entdecken. Von jeder Ecke aus, kann man zumindest eine Einkehrmöglichkeit sehen. Im Gegensatz zur Loire sind meistens die Geschäfte geöffnet, auch die Bars und Restaurants. Natürlich kommt die Frage nach dem Essen, aber man darf trotzdem bleiben, wenn man diese verneint. Hier entdecken wir ganz andere Franzosen und ganz andere Mentalitäten. Wir lernen Franzosen kennen, denen nichts schnell genug geht. Weder auf eigenen Füßen noch mit Rädern unter dem Hintern. Aber ganz schlimm wird es aber eben mit einem Franzosen auf Rädern.
Krasser kann der Unterschied zwischen einem Franzosen an der Loire und in Paris nicht sein.
Sympathisch sind sie aber alle. Jeder auf seine Art und Weise.
Während der zweieinhalb Tage lernen wir Paris mit unserem Fahrrad sehr gut kennen. Bisher sind wir immer zu Fuß durch Paris gelaufen. Aber mit dem Fahrrad sehen wir viel mehr. Wir fahren gerne Umwege und biegen auch mal in Seitenstraßen ein, oder fahren an der Seine mal unten am Wasser entlang und dann oben wieder zurück. Kein Umweg ist mit dem Fahrrad so anstrengen wie eben zu Fuß. In Paris sind wir an den Tagen knapp 100 km gefahren.

Übrigens bin ich überrascht, wie weit die Franzosen in manchen Bereichen bereits sind.
Überall stehen große Fahrradbatterien für die Menschen bereit. So wie ich es verstanden haben, kann jeder mit einer Karte Fahrräder leihen und woanders wieder abstellen. Alle Räder sind robust gebaut und schnell auf die eigenen Bedürfnisse eingestellt. Die Leute sind verdammt flott mit den Rädern unterwegs.
Diese Stationen sieht man übrigens ständig und man findet zu jedem Zeitpunkt ein Rad.

Außerdem, und das finde ich total toll. Überall stehen Elektroautos, genannt Autolipp, die man ähnlich nutzt, wie bei uns die Smarties. Aber, eben Elektro und überall stehen diese herum auf eigenen nur für Autolipp reservierten Parkplätzen, die mit einer Ladestation ausgerüstet sind. Die Autos kommen in einem Edelstahl Finished daher.
Also liebe deutsche Politiker, in Frankreich wurde anscheinend bereits viel früher was getan, als wir angefangen haben darüber zu reden. Man muss einfach nur mal über die Grenze schauen, wie es die Nachbarn machen, anstatt die Räder immer neu zu erfinden.

Paris, wir kommen wieder, trotz Beule. 🤣
Toller Urlaub
Wie gemalt
Ups.

Paris

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