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/ Georgia on my mind

Von Bukarest nach Stambul

Türkei, 25. September 2019
Blick aus dem Hotelzimmer
Die Nacht war ziemlich geräuschvoll, mit Martinshörnern, Straßenbahngeratter, und anderen nicht identifizierten Hupen. Heute morgen regnet es hier etwas, obwohl es immer noch warm ist. Nach einem sehr guten Frühstück mit hiesigem Käse, Quark, Pfannkuchen, gebackenen Süßkartoffelscheiben und Hummus, von den üblichen Rühreiern, Müsli etc. abgesehen, fahre ich mittags weiter, Richtung Istanbul, Ausgang ungewiss.
Also, sowohl die Bahn als auch ich sind pünktlich zur Stelle. Dieser gesamte Zug besteht aus zwei Wagen, einer mit Ziel Sofia, der andere mit Istanbul als Bestimmungsort. Die Mitfahrer sind hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich, Ausländer (aus rumänischer Sicht). Es ist nicht ausgebucht, manche Abteile bleiben leer. Mit mir zusammen fährt einer angehende Osteopathin, die sich in Tiflis mit einer Gruppe trifft, um durch den Kaukasus zu reiten. Die rumänische Landschaft ist weiterhin grandios: es ist eine flache Ebene geprägt durch riesige Maisfelder, große Ölfelder, kleine Dörfer, wo noch Hühner auf der Straße rumlaufen, unbewohnte, menschenleere Flächen wechseln sich ab mit geduckten Häuschen, Traktoren teilen sich die Feldarbeit mit Leiterwagen ziehenden Pferden...eine kleine Zeitreise sechzig, siebzig Jahre zurück. An den Rändern der Orte sieht man jetzt auch etliche der bekannten Rudel Straßenhunde, die dort ihr Dasein fristen. Die Fahrt geht zügig vonstatten ohne große Aufenthalte, bis zur Grenze; dort gibt es nur die Passkontrolle, d die bei zwei Wagen nicht lange dauert. Anschließend rattern wir weiter. Ab und zu wird die Lokomotive gewechselt. In Gorna Oryahovitsa, einem deprimierenden Ort in Bulgarien, trennen sich die Wege der beiden Wagen. Ein paar werden vorn dran gehängt und machen sich auf nach Sofia, der Rest wartet herrenlos auf seine neue Lok . Und wartet. Und wartet weiter. Der Schaffner, der sich durch Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Geduld zum Vorbild seines Berufes eignet, geht geduldig den Perron auf und ab und weiß auch nicht, wann es weitergeht. Es ist genügend Musse vorhanden, um einem riesigen Krähenschwarm zu zugucken, wie er mit ohrenbetäubendem Gekrächze und Umherfliegerrei seinen Schlafbaum aussucht und bezieht. Jedenfalls hat man den Eindruck, dass das der Gegenstand der Diskussion ist. Aber nach zwei Stunden, mittlerweile ist es dunkel, hat die Wartezeit ein Ende. Einige Wagen und eine Lok werden angehängt, dann geht es endlich weiter. Eine weitere Nacht auf Rädern lockt.
Aus tiefem Schlaf geweckt, erreichen wir die nächste Grenze und verlassen Bulgarien nach einer weiteren Passkontrolle. Jetzt sind wir in der Türkei. Dort wird der Grenzübertritt etwas strenger gehandhabt:alle müssen mit allem Gepäck den Zug verlassen, etwa hundertfünfzig Meter durch eine altersschwache Unterführung zur Polizeistation laufen; erst werden dort die Pässe kontrolliert, dann wird nebenan im Gebäude das Gepäck durchleuchtet. Diese Prozedur dauert ihre Zeit. Es nieselt zwar leicht, ist aber trotz der späten Stunde (2:30 Uhr) warm. Nachdem alle wohlbehalten wieder eingestiegen sind, setzen wir die Reise fort. Was es nicht gibt: lange Güterzüge, viel befahrene Strecken, (außer ein paar Personenzügen nutzt niemand die Gleise), und Esel. Was es aber wohl gibt: Stationsvorsteher, mit roter Mütze, Pfeife und Kelle; saubere, innen und außen gepflegte Bahnhöfe und
Hauptbahnhof Bukarest

Istanbul

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